Ein guter Golfschwung muss für Anfänger nicht kompliziert sein. Viel wichtiger ist, dass du die grundlegenden Bewegungen verstehst und sie Schritt für Schritt trainierst. Griff, Ansprechposition, Rückschwung, Abschwung und Treffmoment bauen aufeinander auf.
In diesem Artikel zeige ich dir die wichtigsten Grundlagen für einen guten Golfschwung. Außerdem bekommst du einfache Golf Übungen für Anfänger und erfährst, warum sich der Golfschwung mit dem Driver vom Schlag mit einem Eisen unterscheidet.
Versuche dabei nicht, alle Punkte gleichzeitig zu verändern. Suche dir zunächst ein oder zwei Bereiche aus und trainiere diese so lange, bis die Bewegung sicherer wird.
Golfschwung für Anfänger: Die wichtigsten Grundlagen
Ein Golfschwung besteht aus mehreren Bewegungsabschnitten, die miteinander verbunden sind. Vereinfacht kannst du dir den Ablauf so vorstellen:
- Golfgriff
- Ansprechposition
- Takeaway
- Rückschwung und Schulterrotation
- Übergang in den Abschwung
- Abschwung
- Treffmoment
- Durchschwung
Gerade als Anfänger ist es sinnvoll, diese Bereiche zunächst einzeln zu verstehen. Du musst nicht sofort einen perfekten Golfschwung entwickeln. Entscheidend ist, dass du eine Bewegung aufbaust, die du wiederholen kannst.
1. Der richtige Golfgriff als Grundlage
Bevor du dich mit komplizierten Bewegungen im Golfschwung beschäftigst, solltest du deinen Golfgriff kontrollieren. Deine Hände sind die Verbindung zwischen deinem Körper und dem Golfschläger und haben dadurch einen großen Einfluss auf die Kontrolle der Schlagfläche.
Der Schläger sollte hauptsächlich in den Fingern liegen und nicht tief durch die Handfläche verlaufen. Dadurch bleiben deine Handgelenke beweglicher und du kannst den Schläger besser kontrollieren.
Wie du den Schläger mit der linken und rechten Hand richtig greifst, zeige ich dir ausführlich in meinem separaten Artikel:
→ Richtiger Golfgriff: So hältst du den Golfschläger richtig
2. Die richtige Ansprechposition für Anfänger
Eine gute Ansprechposition schafft die Voraussetzung dafür, dass du den Golfschläger frei um deinen Körper bewegen kannst und während des Schwungs in Balance bleibst.
Beuge deinen Oberkörper aus der Hüfte leicht nach vorne und schiebe das Becken etwas nach hinten. Dein Gewicht sollte dabei ungefähr auf dem Mittelfuß liegen.
Deine Arme lässt du anschließend locker unter deinen Schultern hängen. Dort, wo sich deine Hände auf natürliche Weise befinden, greifst du den Schläger.
Ein einfacher Test für deine Ansprechposition
Klemme einen Golfschläger unter deine Achsel und lasse ihn locker nach unten hängen. Bei einer guten Ansprechposition sollte der Schaft knapp an deiner Kniescheibe vorbeilaufen und ungefähr auf Höhe des Mittelfußes auf den Boden zeigen.
Mit diesem einfachen Test kannst du überprüfen, ob du zu weit auf den Fersen oder zu weit auf den Zehenspitzen stehst.
3. Das Takeaway: Der Beginn des Golfschwungs
Der erste Teil des Rückschwungs wird als Takeaway bezeichnet. Gerade für Anfänger ist dieser erste Abschnitt wichtig, weil er die weitere Bewegung des Schlägers beeinflusst.
Ein häufiger Fehler besteht darin, den Schläger ausschließlich mit den Armen nach hinten zu bewegen. Versuche stattdessen, Arme und Oberkörper miteinander zu bewegen.
Wenn der Schlägerschaft ungefähr parallel zum Boden steht, befindest du dich in der sogenannten P2 Position. Eine gute Orientierung ist, dass die Schlagfläche in dieser Position ungefähr parallel zu deiner Wirbelsäule ausgerichtet ist.
Ein kontrolliertes Takeaway erleichtert dir den weiteren Rückschwung und kann dabei helfen, deinen Golfschwung wiederholbarer zu machen.
4. Schulterrotation im Rückschwung
Nach dem Takeaway geht die Bewegung in den weiteren Rückschwung über. Dabei spielt die Schulterrotation eine wichtige Rolle.
Ein häufiger Fehler bei Anfängern ist, den Schläger hauptsächlich mit den Armen nach hinten zu bewegen, ohne den Oberkörper ausreichend mitzudrehen. Dadurch wird der Führungsarm häufig stark gebeugt und der Radius des Rückschwungs kleiner.
Versuche stattdessen, eine große Schulterrotation aufzubauen und deinen Führungsarm relativ lang zu halten. Eine Schulterdrehung von ungefähr 90 Grad kann dabei eine gute Orientierung sein, sofern deine Beweglichkeit dies zulässt.
Einfache Übung für mehr Schulterrotation
Für einen Rechtshänder kann folgende Vorstellung helfen: Versuche zu Beginn des Rückschwungs den rechten Arm länger zu halten und den rechten Ellenbogen zunächst über dem linken Ellenbogen zu behalten.
Dadurch wird die rechte Schulter nach hinten bewegt und dein Führungsarm bleibt länger. Erst im weiteren Verlauf des Rückschwungs beginnt sich der rechte Ellenbogen stärker zu beugen.
Du kannst diese Bewegung ohne Ball als Probeschwung oder bereits beim Aufwärmen trainieren.
5. Der Abschwung und Lag im Golfschwung
Nach dem Rückschwung beginnt der Übergang in den Abschwung. Ein Begriff, den du in diesem Zusammenhang häufig hören wirst, ist Lag.
Damit sind die Winkel gemeint, die unter anderem zwischen Armen, Handgelenken und Schlägerschaft entstehen und im frühen Abschwung zunächst erhalten bleiben.
Diese Winkel solltest du nicht mit Kraft künstlich festhalten. Ein guter Lag entsteht vielmehr aus einer sinnvollen Bewegungsabfolge und kann dazu beitragen, den Schläger später durch den Treffmoment zu beschleunigen.
Gerade beim Schlag mit einem Eisen wollen wir den Ball zuerst und anschließend den Boden treffen. Ein zu frühes Auflösen der Handgelenkswinkel kann diesen Ballkontakt erschweren. https://www.youtube.com/watch?v=Wo1g_OmzuRk&t=2s
6. Der Treffmoment beim Golfschwung mit dem Eisen
Beim Eisenschlag möchtest du den Ball in der Abwärtsbewegung des Schlägers treffen. Vereinfacht gesagt bedeutet das:
Erst Ball, dann Boden.
Bei einem Eisen 7 kann der Ball als Orientierung leicht links der Mitte liegen. Eine weitere Orientierung ist eine Position ungefähr unter deinem linken Auge bei einem Rechtshänder.
Die Hände befinden sich ungefähr auf der Innenseite des linken Oberschenkels und dadurch leicht vor dem Ball.
Das Brustbein befindet sich beim Eisen tendenziell eher über dem Ball. Der Stand ist außerdem schmaler als beim Driver.
Übung für einen besseren Ballkontakt mit dem Eisen
Lege ungefähr fünf Zentimeter hinter dem Golfball ein kleines Handtuch auf den Boden.
Schlage anschließend den Ball, ohne das Handtuch zu berühren. Wenn du zuerst den Ball und anschließend den Boden triffst, sollte das Handtuch liegen bleiben.
Triffst du dagegen zuerst das Handtuch, hast du den tiefsten Punkt deines Schwungs wahrscheinlich zu früh erreicht.
7. Golf Abschlag mit dem Driver für Anfänger
Der Golfschwung mit dem Driver unterscheidet sich in einem wichtigen Punkt vom Schlag mit einem Eisen.
Beim Driver möchtest du den Ball idealerweise in der Aufwärtsbewegung treffen. Deshalb verändern sich bereits in der Ansprechposition einige Dinge.
Die 5 wichtigsten Driver Basics für Anfänger
1. Ballposition
Positioniere den Ball bei einem Rechtshänder weit vorne im Stand, ungefähr an der Innenseite der linken Ferse. Dadurch befindet sich der Ball weiter vorne als bei einem Eisenschlag und du kannst ihn leichter in der Aufwärtsbewegung treffen.
2. Breiterer Stand
Stehe mit dem Driver etwas breiter als mit einem mittleren Eisen. Etwas breiter als schulterbreit kann eine gute Orientierung sein.
Übertreibe es jedoch nicht. Wenn dein Stand zu breit wird, kann deine Körperrotation eingeschränkt werden.
3. Leichte Oberkörperneigung
Bei einem Rechtshänder sollte die rechte Schulter etwas tiefer als die linke sein. Dadurch entsteht eine leichte Oberkörperneigung vom Ziel weg.
Diese Position erleichtert es dir, den Ball später in der Aufwärtsbewegung zu treffen.
4. Richtiger Abstand zum Ball
Der Driver ist länger als deine Eisen. Deshalb stehst du automatisch etwas weiter vom Ball entfernt.
Lass deine Arme locker unterhalb deiner Schultern hängen. Dort, wo sich deine Hände auf natürliche Weise befinden, greifst du den Driver.
5. Die richtige Tee Höhe
Eine gute Orientierung ist, den Ball so hoch aufzuteen, dass ungefähr die Hälfte des Golfballs über die Oberkante des Driverkopfes hinausragt.
Dadurch wird es leichter, den Ball in der Aufwärtsbewegung und möglichst mittig auf der Schlagfläche zu treffen.
8. Driver oder Eisen: Was ist der Unterschied im Golfschwung?
Für Anfänger ist es wichtig zu verstehen, dass Driver und Eisen nicht exakt gleich getroffen werden.
Golfschwung mit dem Driver
Der Driver wird normalerweise vom Tee gespielt. Der Ball liegt weit vorne im Stand und soll in der Aufwärtsbewegung getroffen werden.
Der Stand ist breiter und dein Oberkörper befindet sich durch die Ballposition und leichte Seitwärtsneigung stärker hinter dem Ball.
Golfschwung mit dem Eisen
Beim Eisen möchtest du dagegen zuerst den Ball und anschließend den Boden treffen. Der Schläger bewegt sich beim Ballkontakt noch abwärts.
Der Ball liegt deshalb weiter hinten als beim Driver. Bei einem Eisen 7 beispielsweise leicht links der Mitte. Dein Stand ist außerdem etwas schmaler.
Driver Übung für Anfänger
Lege ungefähr 10 bis 15 Zentimeter vor deinem aufgeteeten Ball einen zweiten Golfball auf den Boden.
Versuche nun, den Ball vom Tee zu schlagen, ohne den zweiten Ball zu berühren.
Wenn dein Driver nach dem Treffmoment bereits nach oben schwingt, solltest du über den zweiten Ball hinwegschwingen können.
9. Golf Übungen für Anfänger
Gerade als Anfänger musst du nicht jeden Trainingsball mit einem vollen Golfschwung schlagen. Langsame Bewegungen und einfache Übungen können dir helfen, neue Bewegungsmuster besser zu verstehen.
Übung 1: Einhand Schwung
Schlage zunächst kurze Bälle nur mit deiner Führungshand. Für einen Rechtshänder ist das die linke Hand.
Starte am besten mit einem Pitching Wedge oder Sand Wedge und reduziere zunächst die Geschwindigkeit. Die Übung kann dir helfen, ein besseres Gefühl für die Bewegung des Schlägers und deiner Handgelenke zu entwickeln.
Übung 2: Der spezielle Griff
Eine weitere Möglichkeit ist der sogenannte Neun Fingergriff.
Dabei wird der Einfluss der hinteren Hand reduziert. Für Rechtshänder bedeutet das, dass die rechte Hand weniger stark in die Bewegung eingreifen kann.
Übung 3: Schulterrotation ohne Ball
Trainiere die Schulterrotation zunächst ohne Golfball. Versuche dabei, den Führungsarm länger zu halten und eine möglichst große, aber für dich noch komfortable Drehung aufzubauen.
Diese Bewegung kannst du hervorragend in dein Warm up integrieren.
Übung 4: Handtuch Übung mit dem Eisen
Lege ein Handtuch wenige Zentimeter hinter den Ball und versuche, den Ball zu treffen, ohne das Handtuch zu berühren. Dadurch bekommst du direktes Feedback über deinen Ballkontakt.
Übung 5: Driver Übung mit zwei Bällen
Lege einen zweiten Ball ungefähr 10 bis 15 Zentimeter vor deinen aufgeteeten Driver Ball. Versuche, den ersten Ball zu schlagen und über den zweiten hinwegzuschwingen.
10. Golfschwung in Zeitlupe ansehen
Eine Zeitlupenaufnahme kann gerade für Anfänger hilfreich sein, weil viele Bewegungen im normalen Tempo kaum zu erkennen sind.
Achte beim Anschauen nicht auf jedes kleine Detail gleichzeitig. Suche dir einen bestimmten Bereich aus, beispielsweise das Takeaway, die Schulterrotation oder die Handgelenke im Abschwung.
Golfschwung mit einem Eisen in Zeitlupe
Vergleiche einen Tourspieler aber nicht mit dem Ziel, jede Position exakt zu kopieren. Nutze die Aufnahme vielmehr, um grundlegende Bewegungen besser zu verstehen.
11. Das linke Handgelenk und die Schlagfläche
Ein weiterer wichtiger Bereich des Golfschwungs ist das linke Handgelenk.
Die Position deiner Handgelenke beeinflusst die Ausrichtung der Schlagfläche. Besonders im Treffmoment möchtest du vermeiden, den Schläger aktiv unter den Ball zu löffeln.
Beim Eisenschlag befinden sich die Hände im Treffmoment typischerweise vor dem Ball. Das unterstützt einen Ballkontakt, bei dem zuerst der Ball und anschließend der Boden getroffen wird.
→ Mehr über das linke Handgelenk im Golfschwung erfahren
12. Wie sollten Anfänger ihren Golfschwung trainieren?
Einer der größten Fehler beim Golftraining besteht darin, zu viele Veränderungen gleichzeitig vorzunehmen.
Wenn du beispielsweise an deiner Schulterrotation arbeitest, konzentriere dich zunächst hauptsächlich auf diese Bewegung. Führe sie langsam und kontrolliert aus und überprüfe regelmäßig, ob du tatsächlich die gewünschte Bewegung machst.
Erst wenn die Bewegung bei langsamem Tempo funktioniert, solltest du die Geschwindigkeit schrittweise erhöhen.
Regelmäßige korrekte Wiederholungen sind dabei wichtiger als möglichst viele schnelle Wiederholungen.
Häufige Fragen zum Golfschwung für Anfänger
Wie lernt man als Anfänger den Golfschwung?
Beginne mit den Grundlagen. Kontrolliere zunächst deinen Griff und deine Ansprechposition. Danach kannst du Takeaway, Rückschwung, Abschwung und Treffmoment Schritt für Schritt trainieren. Versuche nicht, den gesamten Schwung gleichzeitig zu verändern.
Welche Golf Übungen eignen sich für Anfänger?
Gut geeignet sind langsame Probeschwünge, Einhand Schwünge, Übungen zur Schulterrotation sowie Feedback Übungen wie die Handtuch Übung für den Ballkontakt. Entscheidend ist, dass du verstehst, welches Bewegungsmuster du mit einer Übung trainieren möchtest.
Wo sollte der Ball beim Eisen liegen?
Die genaue Ballposition hängt vom verwendeten Schläger ab. Bei einem Eisen 7 kann leicht links der Mitte eine gute Orientierung sein. Der Ball liegt damit deutlich weiter hinten als beim Driver.
Wo sollte der Ball beim Driver liegen?
Bei einem Rechtshänder kann die Innenseite der linken Ferse als Orientierung dienen. Die vordere Ballposition erleichtert es, den Driver in der Aufwärtsbewegung durch den Ball zu bewegen.
Warum treffe ich den Driver anders als ein Eisen?
Beim Driver möchtest du den Ball vom Tee idealerweise in der Aufwärtsbewegung treffen. Beim Eisen möchtest du dagegen zuerst den Ball und anschließend den Boden treffen. Deshalb unterscheiden sich unter anderem Ballposition, Standbreite und Oberkörperposition.
Wie oft sollte ein Anfänger den Golfschwung üben?
Entscheidender als eine bestimmte Anzahl an Bällen ist die Qualität deiner Wiederholungen. Trainiere lieber eine Bewegung kontrolliert und regelmäßig, statt viele Bälle zu schlagen und dabei immer wieder denselben Fehler zu wiederholen.
Fazit: Den Golfschwung Schritt für Schritt lernen
Als Anfänger musst du nicht sofort einen perfekten Golfschwung beherrschen. Beginne mit einem guten Golfgriff und einer ausbalancierten Ansprechposition. Arbeite anschließend Schritt für Schritt an Takeaway, Schulterrotation, Abschwung und Treffmoment.
Beachte außerdem den wichtigen Unterschied zwischen Driver und Eisen. Beim Driver möchtest du den Ball in der Aufwärtsbewegung treffen. Beim Eisen möchtest du zuerst den Ball und anschließend den Boden treffen.
Nutze die Übungen aus diesem Artikel und filme deinen Golfschwung regelmäßig. Dadurch kannst du besser überprüfen, ob dein Gefühl tatsächlich mit deiner Bewegung übereinstimmt.