Viele Golfer verbringen jede Woche Stunden auf der Driving Range und wundern sich trotzdem, warum sich ihr Schwung kaum verändert.
Das Problem liegt häufig nicht an mangelndem Einsatz, sondern an der Trainingsmethode.
Während viele Amateure versuchen, neue Bewegungen direkt mit voller Geschwindigkeit umzusetzen, nutzen Tourspieler und Spitzensportler spezielle Trainingsmethoden, die das motorische Lernen deutlich erleichtern.
In diesem Artikel zeigen wir dir vier Methoden, die wir bei Golfreich regelmäßig einsetzen und die du sofort in dein Training integrieren kannst.
Warum Schwungänderungen so schwer sind
Unser Nervensystem bevorzugt bekannte Bewegungsmuster.
Selbst wenn du genau weißt, was du ändern möchtest, bedeutet das noch lange nicht, dass dein Körper diese Bewegung sofort umsetzen kann.
Deshalb gilt:
Eine Bewegung, die du langsam nicht beherrschst, wirst du schnell erst recht nicht beherrschen.
Methode 1: Geschwindigkeit reduzieren
Die meisten Golfer machen denselben Fehler:
Sie lernen eine neue Bewegung und versuchen sofort, den Ball mit voller Geschwindigkeit zu schlagen.
Das führt fast immer dazu, dass der Körper automatisch zum alten Bewegungsmuster zurückkehrt.
Besser:
- Starte bei 30 % Geschwindigkeit
- Kontrolliere die Bewegung per Video
- Steigere auf 40 %, 50 %, 60 % usw.
- Erst wenn die Technik stabil bleibt, erhöhst du das Tempo
Diese Methode wird regelmäßig von Tourspielern genutzt. Wer aufmerksam zusieht, erkennt oft Profis, die mit Driver oder Eisen bewusst extrem langsame Schwünge ausführen.
Methode 2: Übertreibung
Einer der häufigsten Sätze im Golfunterricht lautet:
„Ich habe das doch gemacht.“
Das Problem:
Zwischen Gefühl und Realität besteht oft ein großer Unterschied.
Deshalb arbeiten viele Spitzensportler mit Übertreibung.
Beispiele:
Mehr Schulterdrehung
Versuche nicht etwas mehr aufzudrehen.
Versuche extrem weit aufzudrehen.
Mehr von innen an den Ball
Versuche nicht leicht von innen zu kommen.
Versuche übertrieben von innen nach außen zu schwingen.
Die Übertreibung hilft deinem Nervensystem, neue Bewegungsmuster überhaupt erst wahrzunehmen.
Methode 3: Ballflug ignorieren
Der Ballflug kann beim Techniktraining dein größter Feind sein.
Warum?
Weil dein Unterbewusstsein ständig versucht, akzeptable Ergebnisse zu produzieren.
Das führt oft dazu, dass du unbewusst in alte Muster zurückfällst.
Deshalb empfehlen wir:
- Bewegung trainieren
- Bewegung filmen
- Ballflug zunächst ignorieren
Viele erfolgreiche Spieler trainieren deshalb regelmäßig in Netze.
Der Vorteil:
Du konzentrierst dich ausschließlich auf die Bewegung.
Mehr zum Thema strukturiertes Techniktraining findest du hier:
Methode 4: Positionen halten
Diese Methode wird von vielen Golfern komplett unterschätzt.
Nimm eine gewünschte Position ein und halte sie für einige Sekunden.
Beispiel:
- Hohes Finish
- Gestreckte Arme
- Ausbalancierte Endposition
Halte die Position 3 bis 5 Sekunden.
Dadurch erhält dein Nervensystem deutlich mehr Informationen über die gewünschte Bewegung.
Viele Trainer nutzen diese Technik seit Jahren erfolgreich im Leistungssport.
Was sagt die Wissenschaft?
Motorisches Lernen basiert auf Wiederholung, Feedback und gezielter Variation.
Forschungen aus der Bewegungswissenschaft zeigen, dass langsame Ausführung, Übertreibung und unmittelbares Feedback den Lernprozess beschleunigen können.
Weiterführende Informationen:
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich eine neue Bewegung trainieren?
Lieber täglich 10 Minuten als einmal pro Woche zwei Stunden.
Sollte ich dabei Bälle schlagen?
Ja, aber die Technik sollte wichtiger sein als das Ergebnis.
Warum filme ich mich?
Weil sich Gefühl und Realität oft deutlich unterscheiden.
Wie lange dauert eine Schwungänderung?
Je nach Veränderung mehrere Wochen bis Monate.
Fazit
Wenn du deinen Golfschwung verbessern möchtest, reicht es nicht aus, einfach mehr Bälle zu schlagen.
Erfolgreiches Techniktraining basiert auf:
- Langsamer Geschwindigkeit
- Übertreibung
- Ballflug ausblenden
- Positionen halten
Diese Methoden werden von vielen Tourspielern genutzt und können auch Amateuren helfen, Veränderungen deutlich schneller zu verankern.
Wenn du Unterstützung bei deinem Techniktraining möchtest, findest du weitere Trainingspläne, Videoanalysen und Coachingangebote auf:
Eigentlich alles logisch, nur leider denkt man nicht immer daran bzw
Muss immer wieder daran erinnert werden.
Das Video war super.
sehr gut gesagt! Vielen dank!